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| Ankerbräu Daniel-Trunk (5,8 %) seit 1608 aus
Nördlingen in Bayern: Also wenn es einen Preis für das originellste bzw. künstlerisch anspruchsvollste Label geben würde, der Daniel-Trunk würde ganz weit vorne landen. Voll auf Mittelalter getrimmt (die Brille des einen Herrn mal ausgenommen), angefangen mit den tapferen Recken an einem Teilstück der alten Stadtmauer der historisch wertvollen Stadt Nördlingen mit einem stämmigen Wehturm im Hintergrund. Dazu die ganzen altertümlich angezogenen und behüteten Damen und Herren im Vordergrund. Seht nostaltigsch. Das hat was. Was für ein SCHAUM. Das hat Format. Der hat eine Feinporigkeit, die selten erreicht wird. Dazu einen Stand, der von höchster Güte zeugt. Das Volumen ist dermaßen üppig, dass man beim zweiten Einschenken deutlich mehr Vorsicht walten lässt. Der Geruch ist eher dezent und wirkt nicht sonderlich kräftig. Nur das Malz kommt raus. Dazu noch eine gedämpft weiße Farbe des Schaums, die sehr urig und gemütlich wirkt. So auch die Farbe, die in ihrem braun-rot eine Anmut erreicht, die froh stimmt und die Freude auf den ersten Schluck anschürt. Ein feinbitterer Antrank mit eher mildem Charakter trägt das Aroma. Leicht holzig und gar nicht so kräftig, wie man es sich eigentlich vorgestellt hat. Dazu schwach harzig und Spuren von Lakritz. Aber auch eine röstmalzige, leicht bitter-holzige Spur. Alles sehr dezent und mild abgestimmt. Sehr bekömmlich. Wasser und Kohlensäure bilden eine wahrlich weiche und feine Symbiose. Da zwickt und beißt nichts, es herrscht Einvernehmen und Harmonie. Man trinkt dieses Bier an und hat sofort das Gefühl, man hat ein gutes gefunden. Bürgerlich, gemütlich, gesellig. „Der Nördlinger Daniel-Trunk wird zu besonderen Anlässen der Stadt Nördlingen eingebraut. Eine im kühlen Braukeller gereifte, untergärige Festbier Spezialität. Herzhaft süffig. Durch unser sanftes Brauen nach dem bayerischen Reinheitsgebot, werden die regionalen Rohstoffe in Premium-Festbierqualität veredelt.“ Sehr mild, fein würzig, enorm süffig. Dazu keinerlei störenden Elemente, nichts, das eckt oder verkantet. Enorm bekömmlich eingebraut, ohne je Langeweile aufkommen zu lassen. Zwar könnte man sich etwas mehr Würzigkeit und Aroma vorstellen. Doch diese grandiose Süffigkeit samt Nebenwirkungen machen das bei weitem wieder wett. Und schaut man dann wieder auf die Flasche und wird gewahr, dass dieses Trunk 5,8 % Touren aufweist, so wundert man sich, dass man diese Stärke eigentlich gar nicht merkt sondern sich einfach nur diesem süffigen und leichten Charakter geschlagen gibt und einen Schluck nach dem anderen sich einverleibt. Fazit: Ein Schluck nach dem anderen Wertung: + + + + + (a & t 10/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Inhaltsstoffe: Brauwasser, dunkles Malz und Aromahopfen Im Internet unter: www.ankerbiere.de PS: Vielen Dank an Christoph M. von der Ankerbrauerei, der uns bei der Organisation der Ankerbräu-Bierproben tatkräftig unterstützt hat. |