Stell dir vor: Du bist Anwältin, hast deine Karriere halbwegs im Griff (soweit das im Dunstkreis von Mafiabossen überhaupt möglich ist), und dann klopft plötzlich jemand an deine Tür – nicht irgendein Klient, sondern der gefürchtete Kartellboss schlechthin.
Von Killerinstinkt zu Kajalstrich – Was ist da eigentlich los?
Was will er? Einen neuen Pass? Einen Freispruch? Einen Haarschnitt? Nope. Er will… eine komplette Transformation zur Frau. Willkommen bei Emilia Pérez, einem Film, der aussieht, als hätte Quentin Tarantino und Pedro Almodóvar gemeinsam eine Telenovela auf Speed geschrieben – aber mit einem überraschend sensiblen Herz.
Ein Kartellboss geht in Rente – aber nicht ohne Drama
Vom Drogenbaron zur Diva – das ist mal ein Karrieresprung
Der ehemalige Gangster, einst als Manitas del Monte bekannt, hat die Nase voll vom Kugelhagel, Geldzählen und dieser ständigen Angst, ob das Frühstück vergiftet ist. Stattdessen wünscht er sich ein neues Leben. Und zwar nicht nur irgendwo am Strand mit Margarita in der Hand, sondern als Frau. Jawohl. Vollumfänglich. Mit Namen, Identität, High Heels und allem drum und dran.
Dafür braucht er juristische Hilfe, und hier kommt Rita, gespielt von Zoe Saldaña, ins Spiel – die Frau, die selbst einem Piranha vor Gericht eine Bewährungsstrafe rausholen würde. Sie hat allerdings nicht damit gerechnet, dass ihre Karriere als Anwältin bald eher wie eine Folge von RuPaul’s Drag Race: Narco Edition aussehen wird.
Karla Sofía Gascón – Mehr als nur Manitas
In der Rolle von Manitas, alias Emilia Pérez, glänzt Karla Sofía Gascón. Sie spielt nicht nur die Transformation glaubwürdig – sie haut die Zuschauer emotional komplett aus den Latschen. Zwischen Botox, Balladen und Blutbädern zeigt sie eine Figur, die mehr Facetten hat als ein Diamant in einem mexikanischen Drogenkartell.
Musical trifft Machete – Das Genre-Kuddelmuddel deluxe
Du denkst jetzt vielleicht: „Okay, spannend. Ein Drama mit Identitätssuche.“ Aber halt dich fest – dieser Film ist nicht einfach nur Drama. Nein, Emilia Pérez ist auch Musical. Jep, richtig gelesen. Hier wird nicht nur geschossen und gestritten, sondern auch gesungen, getanzt und gesteppt. Und zwar in einer Intensität, dass du dich fragst, ob du gerade in einem Musical, einem Drogenthriller oder einer psychedelischen Oper sitzt.
Selena Gomez macht dabei auch noch mit – und das nicht nur als hübsche Nebenfigur, sondern als Teil dieses wilden Tanztheaters aus Identität, Macht und buntem Wahnsinn.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber*** Anzeige *** (*) bald ...
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Golden Globes? Ja. IMDb? Naja…
Ein Film für Jury-Liebhaber und Mainstream-Verweigerer
Während die Golden Globes fast schon Schlange standen, um diesem Film 10 Nominierungen zu verpassen, scheint das normale Publikum bei IMDb eher verwirrt gewesen zu sein. Mit 5,4 Sternen bekommt Emilia Pérez von vielen Zuschauern eher ein „Hä?“-Gesicht als Standing Ovations.
Aber ehrlich: Was hast du erwartet? Ein Film, der zwischen Gendertransition, Drogenkrieg, Musicalnummern und juristischem Wahnsinn hin- und herpendelt wie ein hyperaktives Metronom, ist halt nichts für Leute, die bei Netflix am liebsten „True Crime – Folge 147: Der Mörder war der Gärtner“ schauen.
Die Story – wild, wilder, Emilia
Plot? Ja, aber mit Plot-Twist-Garantie
Rita, selbst innerlich zerrissen zwischen Karriere, Gewissen und gelegentlichen musikalischen Ausbrüchen, nimmt den Auftrag an. Sie hilft Manitas, der fortan als Emilia Pérez ein neues Leben beginnt. Doch wie das so ist mit der Vergangenheit – sie trägt meistens Springerstiefel und findet immer einen Weg, vor der Tür zu stehen, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann.
Trotz Operation, Perücke und neuer Identität wird Emilia immer wieder von den Schatten ihres früheren Lebens heimgesucht. Und Rita? Die gerät mitten rein in eine Spirale aus Schuld, Empathie und singenden Kartellmitgliedern.
Regisseur Jacques Audiard – der Mann mit dem Mut zur Maßlosigkeit
Jacques Audiard ist bekannt für Filme, bei denen man nie so genau weiß, ob man lachen, weinen oder einen Philosophie-Abendkurs besuchen soll. Mit Emilia Pérez hat er sich selbst übertroffen – und zwar so sehr, dass man vermutet, er hat beim Schreiben des Drehbuchs zwischen Absätzen an einem Tequila genippt (oder zwei).
Seine Vision: ein knallbuntes, tieftrauriges, lustvolles, absurdes Epos über das, was es heißt, sich selbst neu zu erfinden – mitten im Kugelhagel und auf High Heels.
Ein Film, der Grenzen sprengt – und das gleich mehrfach
Gender, Genre, Gesetz – alles wird hinterfragt
Emilia Pérez ist kein Film, den man „mal eben so“ wegsnackt wie eine Packung Chips. Er ist wie ein fünf-Gänge-Menü mit Zutaten, von denen du nicht mal weißt, dass sie existieren. Er behandelt Transidentität nicht als „Gimmick“, sondern als zutiefst menschliches Thema – und das mitten in einem Milieu, das eigentlich null Toleranz kennt. Genau diese Spannung macht den Film so sehenswert – oder zumindest unvergesslich.
Fazit: What the F*** did I just watch – aber geil!
Du wirst Emilia Pérez entweder lieben oder mit offenem Mund anstarren – dazwischen gibt es wenig. Der Film ist mutig, bunt, überladen, intensiv, unverschämt kitschig und an manchen Stellen zutiefst bewegend. Es ist, als ob sich Netflix, Broadway und die Narcos-Crew betrunken in einem Drehbuchraum eingeschlossen hätten – mit einer riesigen Prise Gesellschaftskritik und einem Soundtrack, der sich in dein Hirn fräst wie eine rosa Glitzer-Granate.
Wenn du dich traust, dann schau ihn dir an. Und wenn nicht – dann lies einfach nochmal diesen Text und staune, was heutzutage alles unter „Komödie“ und „Drama“ fallen kann.
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Autor und Bild: Film-Zeitler
Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit
