Rom. Die Sonne brennt über dem Petersplatz, Pilger strömen in Scharen durch die Ewige Stadt, Selfies vor der Basilika inklusive.
Ein geheimes Spiel hinter verschlossenen Türen
Doch hinter den Mauern des Vatikans zieht ein Sturm auf – kein Wetterphänomen, sondern ein politisches Beben im feinsten Talarstoff. In „Konklave“, dem spannungsgeladenen Drama von Regisseur Edward Berger, wird die Wahl eines neuen Papstes zum Spielfeld von Macht, Manipulation und mysteriösen Geheimnissen.
Die Prämisse? Kardinal Lawrence – gespielt von niemand Geringerem als Ralph Fiennes mit gewohnt intensiver Stirnfalte – wird zum Zeremonienmeister der heiligsten aller katholischen Entscheidungen berufen: der Papstwahl. Klingt erstmal trocken? Falsch gedacht! Denn sobald sich die schweren Türen der Sixtinischen Kapelle schließen, beginnt das Spiel.
Der Vatikan als Thriller-Schauplatz
Heilige Hallen, unheilige Machenschaften
Was wie eine kirchlich steife Zeremonie beginnt, entpuppt sich schnell als Thriller mit echtem Biss. Kardinäle aus aller Welt – eine bunt gemischte Truppe aus Ehrgeizlingen, Traditionalisten, Strippenziehern und heimlichen Rebellen – betreten das Konklave. Und wer denkt, dass Kirchenmänner nur beten und segnen, der wird in diesem Film eines Besseren belehrt.
Die Sixtinische Kapelle wird zur Bühne eines geheimen Spiels. Mit Bibelzitaten, politischen Allianzen und messerscharfem Ränkespiel agieren die purpurroten Eminenzen, als ginge es um den Thron eines Imperiums – was es ja irgendwie auch ist.
Lawrence: Mehr als nur ein Statist im roten Kleid
Lawrence, der mittendrin statt nur dabei ist, merkt schnell: Hier läuft mehr schief als eine wackelige Hostie bei der Kommunion. Was als spiritueller Akt geplant war, gleitet ab in ein moralisches Sumpfgebiet. Intrigen, Machtgier und jahrzehntealte Geheimnisse spülen ans Tageslicht – und plötzlich steht Lawrence vor einer Wahrheit, die seinen Glauben zutiefst erschüttert.
Ralph Fiennes verleiht seinem Kardinal eine Tiefe, die zwischen zarter Unsicherheit und entschlossener Integrität schwankt. Er ist nicht der strahlende Held – eher ein Mann, der inmitten religiöser Pracht und menschlicher Schwächen verzweifelt nach Orientierung sucht.
Cast vom Allerheiligsten
Hollywood trifft Heiligenschein
Neben Fiennes brillieren auch Stanley Tucci (wie immer mit charismatischem Zynismus), John Lithgow (der mit einem Blick mehr sagt als manche ganze Sonntagspredigt) und Isabella Rossellini (würdevoll wie ein Renaissance-Gemälde). Auch Lucian Msamati und Brían F. O’Byrne liefern schauspielerische Glanzleistungen ab.
Dieser Cast macht aus einem Drama über die Wahl eines Papstes ein packendes Machtspiel auf Augenhöhe mit „House of Cards“ – nur mit Weihrauch statt Whiskey.
Der Stoff, aus dem moderne Dramen sind
Kirchlicher Pomp trifft knallharte Realität
Der Film basiert auf dem Roman von Robert Harris, der bekannt dafür ist, historische Themen mit modernem Erzählstil zu verknüpfen. Und genau das gelingt auch hier: Hinter der glanzvollen Fassade des Vatikan offenbart sich ein ganzes Universum voller menschlicher Abgründe, Loyalitätskonflikte und moralischer Fragen.
Und ja, natürlich ist das Ganze irgendwo auch ein Drama. Aber kein zähes Kirchenkammerspiel – „Konklave“ ist ein packendes Kammerspiel mit viel Tempo, Spannung und einer feinen Prise philosophischer Tiefe. Edward Berger, Regisseur von „Im Westen nichts Neues“, zeigt erneut, dass er politische Stoffe mit Stil und Wucht inszenieren kann.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber*** Anzeige *** (*) bald ...
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Glauben, Zweifel und der innere Konflikt
Wenn die Kirche zum Spiegelbild der Gesellschaft wird
Spannend ist vor allem Lawrences innerer Konflikt. Er ist nicht der typische Held – eher ein Mann, der glaubt, das Richtige zu tun, und dabei Schritt für Schritt die Kontrolle verliert. Als er einem dunklen Geheimnis auf die Spur kommt, das tief im Vatikan verborgen liegt, wird aus dem Glaubenshüter ein Wahrheitssucher.
Was „Konklave“ so besonders macht: Der Film verhandelt zentrale Fragen – Vertrauen, Glaube, Moral, Vergebung – und das alles in einer der symbolträchtigsten Locations der Welt. Die Kameraarbeit fängt dabei jede Mosaikfliese, jeden Lichtstrahl und jede flüchtige Geste mit bedrückender Intensität ein. Die Sixtinische Kapelle wird zur Kathedrale der Zweifel.
Von Oscar-Gold geadelt
Ein preisgekröntes Meisterwerk
Der Film wurde nicht ohne Grund mit einem Oscar ausgezeichnet. Er verbindet Spannung, exzellente Dialoge, visuelle Wucht und eine durchdachte Inszenierung zu einem Gesamtkunstwerk, das lange im Kopf bleibt. Hier treffen Inhalt, Stil und Anspruch aufeinander – und liefern großes Kino, das sich nicht scheut, unbequeme Fragen zu stellen.
Ein Blick hinter den Vorhang der Unantastbarkeit
Wie viel Mensch steckt im System Kirche?
Der größte Erfolg von Konklave liegt vielleicht darin, dass er es schafft, das System Kirche nicht zu dämonisieren – aber auch nicht zu verklären. Es ist ein ehrlicher, schonungsloser Blick auf ein System, das sich selbst als moralische Instanz versteht, aber dabei nicht vor weltlichen Schwächen gefeit ist. Der Zuschauer wird selbst zum stillen Teilnehmer des Konklaves, fragt sich, was Macht mit Menschen macht – selbst mit jenen, die sich Gott besonders nah fühlen.
Fazit: Himmlisch gut – teuflisch spannend
Konklave ist nichts für Menschen, die Kirchenbänke ausschließlich mit Beichtstühlen assoziieren. Es ist ein packender Film, der zeigt, wie dicht beieinander Licht und Schatten liegen können – besonders in den ehrwürdigsten Hallen der Welt. Wer religiöse Themen spannend, tiefgründig und schauspielerisch brillant umgesetzt erleben möchte, sollte sich diese filmische Beichte nicht entgehen lassen.
Am Ende bleibt die Frage: Wählt der Mensch den Papst – oder doch ein höheres Wesen? Nach diesem Film ist man sich da nicht mehr so sicher.
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Autor und Bild: Film-Zeitler
Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit
