Ende Juli verwandelte sich das kleine Dorf Wacken in Schleswig-Holstein wieder in die weltweite Hauptstadt des Heavy Metal.
Anreise und erster Eindruck
Rund 85.000 Metalheads machten sich wieder auf den Weg, um das 34. W:O:A zu feiern. Schon bei der Anreise zeigte sich, dass die Veranstalter aus den Erfahrungen der Vorjahre (speziell sei hier das Jahr 2023 zu nennen) gelernt hatten. Dank des inzwischen etablierten Access-Pass-Systems verlief die Anreise trotz durchwachsenem „Sommer“-Wetter geordnet. Lange Staus, wie man sie früher kannte, blieben weitgehend aus. Auch weil die Anreise bereits ab Sonntag dem 27. Juli möglich war.
Dies entzerrt den Anreiseverkehr natürlich nochmal zusätzlich. Schließlich will das mittlerweile über 240 Hektar große Gelände, welches inzwischen einer Kleinstadt mit Strom, Wasser, Müllabfuhr, Rettungsdiensten und sogar eigener Polizei, gut gefüllt werden.
Kommen wir nun zum Wetterbericht.
Wie so oft in der Geschichte des Festivals spielte auch 2025 das Wetter wieder verrückt. Bereits am Mittwoch fielen stellenweise über 40 Liter Regen pro Quadratmeter, was das Infield und viele Wege in wahre Schlammpisten verwandelte. Doch Thomas & Holger waren vorbereitet: 3.500 Kubikmeter Hackschnitzel, zahlreiche Drainagen und rund 30 Traktoren halfen, das Chaos so gut es ging in den Griff zu bekommen.
Für viele Metalheads gehört der Schlamm ohnehin zu Wacken-Feeling. Schlammschlachten, Circle Pits im Dreck und feuchtfröhliche Liegestütz-Challenges gehören seit Jahren für einige Besucher zu einem eigenen festen Programmpunkt.
Headliner und musikalische Höhepunkte
Musikalisch war 2025 ein Jahr voller Kontraste. Der wohl größe Coup von Holger & Thomas: Guns N‘ Roses standen erstmal auf der Bühne des Holy Grounds. Sichtlich stolz verfolgten die beiden Gründer und Organisatoren das über 3-stündige Konzert sichtlich stolz, denn ein Jugendwunsch war damit in Erfüllung gegangen. Und dann auch gleich der längste Headliner-Slot in der Festivalgeschichte.
Natürlich durften auch hier Klassiker wie Welcome to the Jungle, Sweet Child O‘ Mine und Paradise City nicht fehlen. Für viele Fans war es ein Traum, diese Legenden auf dem Holy Ground zu erleben. Andere kritisierten die eher gemächliche Bühnenpräsenz und technische Probleme.
Doch das Lineup hatte noch weit mehr zu bieten: Machine Head lieferten eine gnadenlos harte Show ab, die Jungs von Gojira begeisterten mit technischer Perfektion und brachialer Wucht, während Papa Roach für energiegeladenes Nu-Metal-Feeling der alten Schule sorgten und so manch einen mit Last Resort in die Jugend zurückversetzten.
Saltatio Mortis verbanden Folk-Elemente mit Spielfreude und Publikumsnähe, Within Temptation setzten mit bombastischen Arrangements ein Highlight, und King Diamond schickte die Menge mit Theatralik und Falsettgesang in andere Sphären. Mehr als 200 Bands auf neun Bühnen sorgten dafür, dass es zu keiner Minute langweilig wurde.
Metal Battle & Nachwuchsförderung
Ein fester Bestandteil des Festivals ist der Metal Battle, bei dem Nachwuchsbands aus aller Welt gegeneinander antreten. 2025 waren es rund 30 Bands aus über 100 Ländern, die sich im Vorfeld beworben hatten. Gewonnen hat die Schweizer Formation Expellow, die nicht nur tobenden Applaus erntete, sondern auch ein Preisgeld von 5.000 Euro von der Wacken Foundation erhielt.
Der Wettbewerb zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass die Zukunft des Metal gesichert ist. Egal ob Death, Thrash oder Folk, es gibt immer wieder frische, kreative Ideen.
Space Camp – wenn Metal das Weltall trifft
Ein echtes Novum in diesem Jahr war das Space Camp, das die ESA gemeinsam mit dem Festival auf die Beine stellte. Zwischen Bierständen und Merch-Shops ragte ein Modell der Ariane-6-Rakete in den Himmel. Highlight waren die Auftritte von Astronaut Alexander Gerst und Rabea Rogge, die in Vorträgen von ihren Erfahrungen im All berichteten.
Die Verbindung von Metal und Raumfahrt mag auf den ersten Blick kurios wirken, doch das Interesse war riesig. Für viele Besucher war es eine willkommene Abwechslung zwischen Blastbeats und Gitarrensoli.
Infrastruktur und Sicherheit
Trotz des schwierigen Wetters funktionierte die Infrastruktur weitgehend zuverlässig. Über 1.000 Helfer sorgten in Rettungsdiensten, Feuerwehr und Security für Sicherheit. Insgesamt gab es rund 150 Krankentransporte, deutlich weniger als in manch anderem Jahr. Auch die Polizei zog ein positives Fazit: 68 Straftaten wurden registriert. Also ein deutlicher Rückgang gegenüber 2024. Angesichts von 85.000 Besuchern spricht das für die friedliche Atmosphäre des Festivals. Oder wie es ein Beamter treffend formulierte: „Metalheads sind keine Krawallmacher.“
Auch in Sachen Technik wurden Rekorde gebrochen: Das Vodafone-Netz verarbeitete in den vier Festivaltagen über 102 Terabyte Datenvolumen, allein am Freitag rund 35 Terabyte. Damit lag der Verbrauch laut Vodafone knapp 20 % über dem Vorjahr. Ein Beweis also, dass selbst im tiefsten Schleswig-Holstein der digitale Durst der Fans enorm ist.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber*** Anzeige *** (*) bald ...
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Stimmung und Gemeinschaft
Neben Bands, Schlamm und Bier ist es vor allem die Gemeinschaft, die Wacken so besonders macht. Fremde helfen sich beim Befreien festgefahrener Autos, teilen Bier oder regen sich gemeinsam über zu hohe Preise auf. Trotz mancher Kritik an teuren Campingplätzen oder schlechter Versorgung einzelner Flächen überwog das positive Gefühl: Man ist Teil einer großen Familie. Das Motto „Rain or Shine“ wurde 2025 wieder eindrucksvoll bestätigt. Egal ob Sonne oder Dauerregen, gefeiert wird bis zum letzten Akkord.
Wer dem Kanal von Holger Hübner folgte, bekam zudem tolle Infos über die zahlreichen Stände und Projekte an denen sich die Veranstalter, teilweise bereits seit vielen Jahren, beteiligen. Da wären unter anderem die Rotarian Metalhead Fellowship, DKMS mit der Aktion „Pay with your Blood“, die Holsteinische Krebsgesellschaft e.V., Viva con Agua, Stiftung Auge, Metality, MyRitmo, die Wacken Foundation und viele, viele mehr.
Kritik und Diskussionen
Natürlich lief nicht alles perfekt. In sozialen Medien meldeten sich Besucher, die von chaotischen Campingbedingungen oder fehlenden Stromanschlüssen berichteten. Auch die Preisgestaltung (vom Ticket über Getränke bis hin zu Essen) wurde kritisiert.
Manche sprachen gar von „Abzocke“. Die Veranstalter werden diese Stimmen ernst nehmen müssen, denn gerade die Basis aus langjährigen Fans ist es, die das Festival trägt.
Fazit und Ausblick
Das Wacken Open Air 2025 war ein Festival der Extreme: Regen und Schlamm auf der einen Seite, legendäre Headliner und friedliche Gemeinschaft auf der anderen. Mit über 200 Bands, innovativen Ideen wie dem Space Camp und einem reibungslos funktionierenden Rettungssystem hat das W:O:A erneut gezeigt, warum es das weltweit wichtigste Metal Festival ist.
2026 steht ein Jubiläum an: 35 Jahre Wacken. Schon jetzt sind erste Bands angekündigt, und die Erwartungen sind hoch. Freut euch schonmal auf Def Leppard (1st Time on the Holy Ground), In Flames, Powerwolf, Savatage, Airbourne, Europe und viele mehr. Wenn Thomas und Holger mit ihrem Team weiterhin an Organisation, Preisstruktur und Besucherfreundlichkeit arbeiten, dürfte es erneut ein Festival werden, das in Erinnerung bleibt.
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Autor und Bilder: Daniel Johann Krone für Metaller.de
